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Fertigstellung Kita Rheingaustraße

Vanessa Kaufmann Veröffentlicht von Vanessa Kaufmann in Allgemein Lesezeit: ca. 2 Minute(n)

Wiesbadener Kurier – 27.05.2026 – von Hendrik Jung

Mit Bewegungsraum und Gründach

EVIM hat in der Biebricher Rheingaustraße das „Haus der Kinder“ eröffnet.
In dem denkmalgeschützten Altbau mit neuem Anbau können bis zu 50 Kinder betreut werden.

BIEBRICH. Die erste Idee, in dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen, denkmalgeschützten Haus in der Biebricher Rheingaustraße eine Einrichtung zur Kinderbetreuung unterzubringen, stammt noch von Gerhard Kopplow. Daran erinnert sein Nachfolger als Geschäftsführer des Bereichs Bildung beim Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM). „Ich dachte damals, das ist viel zu klein. Jetzt haben wir gesehen, dass es doch geht“, freut sich Carlos Müller.

Gut 2,9 Millionen Euro investiert

Dennoch hat er nicht falsch gelegen mit seiner ursprünglichen Einschätzung. Der Altbau mit seinen rund 250 Quadratmetern Nutzfläche wird nun im Untergeschoss durch eine Krippengruppe und im Obergeschoss für die Verwaltung der insgesamt neun Beschäftigten genutzt. Ergänzt ist dieser Bereich jedoch um einen Neubau mit weiteren rund 260 Quadratmetern.
Diese dienen für zwei Elementargruppen samt jeweils einem Differenzierungsraum sowie einen Bewegungsraum im Keller für die insgesamt bis zu 50 Kinder. Spektakulär ist, dass im neuen Eingangsbereich
eine der Wände durch die Fassade des Altbaus gebildet wird. Ebenfalls erhalten sind der historische Bodenbelag, die Treppe und das Geländer im alten Treppenhaus.


„Die bauliche Aufgabe war nicht ganz einfach“, betont Jörg Wiegand, kaufmännischer Vorstand bei EVIM. Für Umbau, Anbau und Ausstattung
habe man gut 2,9 Millionen Euro investiert, die aus einem investiven Zuschuss aus dem städtischen Ausbauprogramm Kindertagesstätten finanziert sind. „Jeder Euro, der im Stadtteil für junge Menschen investiert
wird, ist gut investiert“, findet Biebrichs neuer Ortsvorsteher Markus Michel (CDU). Er verspricht, dass der Ortsbeirat mit seinen Möglichkeiten die Kita unterstützen werde.
„Manche bauliche Maßnahme ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber wir haben den nächsten Schritt, um Familien in Biebrich gut versorgen zu können“, freut sich Sozialdezernentin Patricia Becher (SPD).
Seit 1. April läuft der Betrieb in der Kindertagesstätte „Haus der Kinder“. Die meisten der Angemeldeten werden jedoch erst nach den Sommerferien erwartet, berichtet Einrichtungsleiterin Mara Evermann beim Rundgang durch die alten und die neuen Räume.


Die bauliche Aufgabe hat vor allem in der Vorbereitung großen Abstimmungsbedarf erfordert. „Wir hatten konstruktive Diskussionen mit dem Denkmalschutz: Wie viel Einfluss darf das Neue auf das Alte haben?“,
blickt Architekt Magnus Born zurück. Gleich zweimal sei eine Kampfmittelsondierung auf dem Gelände erfolgt, am Ende jedoch ohne Fund. Wahrscheinlich hätten beim ersten Mal metallische Einschlüsse in Steinen für Irritationen gesorgt. Auch der Bau auf dem 804 Quadratmeter großen Grundstück sei anspruchsvoll gewesen. In Richtung Albert-
Schweitzer-Allee habe man die Baugrube mit einem Berliner Verbau sichern müssen. Zwar habe man sich gegen den Einbau eines Aufzugs entschieden,
doch ist der untere Bereich in beiden Gebäudeteilen barrierefrei gestaltet, durch eine entsprechende Toilette, die Türbreiten und Zugänge ohne Treppe. „Sowohl der Alt- als auch der Neubau wird CO2-neutral geheizt. In der kalten Jahreszeit haben wir schon gesehen, dass es warm wird“, betont
Born. Außer der mit Wärmepumpe betriebenen Fußbodenheizung sei eine Photovoltaikanlage geplant. Darüber hinaus sei auf dem neuen Gebäudeteil
ein Gründach entstanden, um einen Ausgleich für die Flächen zu schaffen, die durch den Neubau versiegelt worden sind.